Thailand: Thai Boxing in Chiang Mai

Thailand: Thai Boxing in Chiang Mai
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Räucherstäbchen im Tempel in Chiang Mai
Chiang Mai: Goldene Buddhafiguren
Opfergaben im Wat Phrathat Doi Suthep
Glocken im Wat Phrathat Doi Suthep
Thai Boxing in Chiang Mai
Ping Fluss in Chiang Mai
Wat Phrathat Doi Suthep Rajvoravihara
Chiang Mai: Mönch Thailand
Chiang Mai: Rim-Ping Hotel
Chiang Mai: Goldene Buddha-Figuren

Chiang Mai (Thailand). August 2008 - Koordinaten: 18.784823 99.0093791

Thailand: Thai-Boxkampf in Chiang Mai. In der thailändischen Stadt Chiang Mai besuchten wir am späten Abend einen Muay Thai (Thaiboxen)-Kampf im Kawila Boxing Stadium. Da ich ohnehin nicht viel vom Thai Boxing verstehe, kaufe ich mir eine Eintrittskarte in der billigsten Preisklasse für 400 thailändischen Baht und sitze ziemlich weit oben etwa 10 Meter vom Ring entfernt. Das Kawila Boxing Stadium scheint schon etwas in die Jahre gekommen zu sein. Von der Atmosphäre erinnert es mich ein wenig an Zirkuszelt. Ich schätze, dass auf die Ränge etwa 800 Menschen passen würden. Heute Abend ist es nicht komplett ausverkauft. Etwa 250 Zuschauer haben sich wohl auf den Holz-Tribünen eingefunden. Die Hälfte davon scheinen an diesem Abend amerikanische Touristen zu sein. Für diesen Abend sind insgesamt 8 Kämpfe angesetzt. Es beginnt um 20:45h mit Vorkämpfen, in denen sich jugendliche Kämpfer aus niedrigeren Gewichtsklassen gegenüberstehen. Ich sitze auf der Tribüne so, dass ich sehen kann wie sich die Kämpfer hinter den Kulissen auf ihre Kämpfe vorbereiten. Es sind einige ziemlich junge Thaiboxer dabei, die vielleicht gerade einmal 14 Jahre alt sind. Manchen von ihnen sieht man die Anspannung vor dem Kampf in der Mimik ihrer Gesichter an. Die älteren Kämpfer der Hauptkämpfe dagegen wirken entspannter und ziemlich siegessicher. Bei jedem einzelnen Kampf begleitet eine vierköpfige Band auf einer Empore pausenlos das Kampfgeschehen im Ring. Zu Beginn bin ich ziemlich genervt von der musikalischen Begleitung. Ich möchte mich am liebsten nur auf die Kämpfe und deren Entwicklung konzentrieren. Die Klänge der drei Percussionisten und eine ziemlich dissonant gespielte thailändische Tröte vermischen sich mit den brüllenden Zuschauern zu einem schrägen Klangteppich. Doch irgendwann habe ich im Laufe dieses Box-Abends das Gefühl, dass Kampf und musikalische Begleitung untrennbar zusammengehören. Ich entspanne mich allmählich, obwohl die Trommler und Bläser nur drei Meter von mir entfernt sitzen. Bei einigen Kämpfen gibt es sogar Phasen, in denen es mir so vorkommt, als ob die Thaiboxer von der Musik direkt in ihrer Kampfführung beeinflusst werden. Alle Kämpfer wirken extrem reaktionsschnell und körperlich gut trainiert. Die Zuschauer sehen Faustschläge, Schläge aus der Drehung und Knie- und Ellenbogenschläge. Am häufigsten genutzt werden Tritte mit dem Schienbein oder dem Fuß. Ich frage mich, ob die Kämpfe allein für Touristen und wettende Einheimische stattfinden. Einige der Kämpfe sind arm an Höhepunkten; meistens ist einer der Kämpfer dem anderen weit überlegen und der Sieger steht schnell fest. Am interessantesten ist aus meiner Sicht der sechste Thai-Boxkampf des Abends, in dem beide Kämpfer gleichwertig sind. Beide Kämpfer müssen kräftig einstecken, immer wieder kommen die Tritte und Schläge des Gegners durch die Deckung und treffen an empfindlichsten Körperstellen. Im Laufe des Kampfes legt sich das Publikum eindeutig auf den älteren, etwas untersetzteren Kämpfer als Favoriten fest und feuert diesen euphorisch an. Er übernimmt im Laufe des Kampfes immer mehr die Initiative und gestaltet das Duell der beiden Thaiboxer, während sein jüngerer Gegner fast nur noch klammert. Ich lese später nach, dass man dieses Klammern "Clinchen" nennt. Bei einer dieser Clinch-Aktionen platzt die Augenbraue des neuen Publikumslieblings am Kopf des Gegners auf. Die Blutung ist in den kommenden Rundenpausen von den Betreuern nicht mehr in den Griff zu bekommen. Das Blut des Kämpfers klebt nach einer Weile an den Handschuhen des Kontrahenten und auf dem Boden des Boxrings. Der Kampf wird dennoch bis zum Ende ausgetragen. Bis zum endgültigen Ende des Kampfes ist auf dem Boden des Rings durch die Verletzung eine ziemliche Sauerei entstanden; beide Körper sind von roten Flecken gesprenkelt. Zum allgemeinen Unmut wird dann noch am Ende der klammernde Nachwuchskämpfer zum Sieger erklärt. Nach dem Kampf eilen die zahlreichen westlichen Besucher zum Unterlegenen und immer ziemlich stark blutenden Helden und posieren für Erinnerungsfotos.